Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Lippe: Schulung für Anwendung von Antigentest

06. Nov 2020

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Lippe: Schulung für Anwendung von Antigentest

Im Kreis Lippe gibt es insgesamt 2.227 bestätigte Coronafälle, damit sind seit gestern 98 weitere Infektionen bekannt. 1.339 Personen sind wieder genesen. 34 Personen sind verstorben. Eine 88-Jährige und eine 79-Jährige, die das Coronavirus in sich getragen haben, sind verstorben. Aktuell sind 854 Personen in Lippe nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Seit dem 6. März wurden bisher 27.819 Abstriche von mobilen Teams und im Diagnostikzentrum genommen. Die Inzidenzzahl für den Kreis Lippe beträgt derzeit 145,6 (Stand Freitag, 6. November, 0 Uhr).

Es handelt sich in Lippe weiterhin um ein diffuses Infektionsgeschehen. Mittlerweile sind über 70 Einrichtungen in Lippe betroffen, darunter vor allem Schulen und Kitas. In den meisten Fällen treten lediglich ein bis zwei Infektionen auf, größere Infektionsherde gibt es aktuell nicht.

Mehr Sicherheit durch Antigentests: Gesundheitsamt des Kreises und Kassenärztliche Vereinigung schulen Pflegepersonal

Menschen, die in Pflegeeinrichtungen, in der Tagespflege, in Eingliederungseinrichtungen oder durch ambulante Dienste betreut werden, sind besonders schutzbedürftig. Für sie ist die Gefahr von schwerwiegenden Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus am größten. Um diesen Personenkreis, aber auch das Pflegepersonal in den entsprechenden Bereichen zu schützen und arbeitsfähig zu halten, sieht der Bund seit dem 15. Oktober eine umfassende Testung mit Antigen-Schnelltests vor.

Der Kreis Lippe und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe unterstützen bei diesem Vorhaben und haben heute Pflegepersonal im Umgang mit dem Schnelltest geschult.

Antigentests bieten die Möglichkeit, mehr zu testen und schneller Infektionen zu erkennen. Deswegen eignen sie sich besonders für Beschäftigte, Bewohner, Patienten und Besucher von Pflegeheimen, Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. „Der Test basiert auf dem Nachweis von SARS-CoV-2-Eiweißen. Dazu muss ein Abstrich im Nasenrachenraum vorgenommen werden. Die einfachere rund 30-minütige Auswertung eines Antigentests erlaubt die Testung auch außerhalb eines Labors“, erläutert Dr. Kerstin Ahaus, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Die Schnelltests müssen von medizinischem Personal durchgeführt werden. „Ein großer Teil der rund 180 Einrichtungen und ambulanten Dienste in Lippe kann für die notwendige Schulung des Personals auf die Unterstützung von bereits für die Einrichtung tätigen Ärzte oder Betriebsärzte zurückgreifen. Für Einrichtungen, bei denen es problematisch ist, Ärzte für diese Aufgabe zu gewinnen, ist die Schulung gedacht“, berichtet Dr. Hans-Christian Körner, Leiter der Bezirksstelle Detmold der Kassenärztlichen Vereinigung.

Dass flächendeckend bereits ab 9. November mit den Antigentests in den Einrichtungen gestartet werden kann, halten beide für nicht realisierbar. Jede Einrichtung müsse im Vorfeld ein Konzept zur Testroutine inklusive Meldung der benötigten monatlichen Antigentests beim Gesundheitsamt vorlegen. Dabei unterstützen die Mitarbeitenden der Heimaufsicht des Kreises bei der Prüfung und Feststellung der Testmengen. Anschließend können die Test durch die Einrichtungen bestellt werden. Wann diese dann tatsächlich vorliegen und standardmäßig zum Einsatz kommen, ist noch nicht abzusehen. „Die Antigentests sind eine gute Möglichkeit, alte und pflegebedürftige Menschen zu schützen, Besuchern zu ermöglichen, ihre Angehörigen zu sehen oder Pflegepersonal symptombezogen zu testen. Auch wenn das Ergebnis eines Schnelltest bereits nach 20-30 Minuten vorliegt, ist der regelmäßige Test aller Bewohner, der Mitarbeiter und der Besucher mit hohem personellem Aufwand verbunden“, betont Dr. Körner.

Zur Umsetzung beitragen werden in den kommenden Wochen und Monaten 40 geschulte Mitarbeiter der Einrichtungen. Generell gilt, ist der Schnelltest positiv, muss anschließend ein PCR-Test gemacht werden, der im Labor untersucht wird. Bei einem negativen Ergebnis liegt die Wahrscheinlichkeit bei nahezu 100 Prozent, dass die Person das Coronavirus nicht in sich trägt.

Bild: Dr. Kerstin Ahaus, Leiterin des Gesundheitsamts, Mechthild Petersmeier, Leiterin der Heimaufsicht, und Dr. Hans-Christian Körner, Leiter der Bezirksstelle Detmold der Kassenärztlichen Vereinigung, schulten das Pflegepersonal zur Anwendung von Antigen-Schnelltests. (Foto: Kreis Lippe)

Zahlen in den Städten und Gemeinden

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