Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz Bescheinigung

Sie wollen im lebensmittelherstellenden oder -verarbeitenden Gewerbe, im Lebensmittelhandel oder in der Gastronomie tätig werden oder sich selbstständig machen? Dann brauchen Sie ausreichende Kenntnisse über Hygienestandards. Hier erhalten Sie Informationen.

Ausführliche Beschreibung der Leistung

Viele ansteckenden Krankheiten können über Lebensmittel auf andere Menschen übertragen werden. Daher verbietet das Infektionsschutzgesetz Menschen, die sie an einer solchen Krankheit leiden, bestimmte Tätigkeiten im Lebensmittelbereich. Bei der Umsetzung der Regelung kommt es besonders auf die eigenverantwortliche Mitwirkung der Personen an. Wenn Sie solche Tätigkeiten ausüben wollen, müssen Sie über die entsprechende gesetzliche Regelung und ihre Pflichten informiert sein. Deshalb müssen Sie vor der Aufnahme der Tätigkeit entsprechend belehrt werden.
Sie müssen außerdem bestätigen, dass bei Ihnen keine Anhaltspunkte für ein Tätigkeitsverbot bestehen.
Über die Belehrung erhalten Sie eine Bescheinigung.
Die Belehrung vermittelt in der Regel auch Grundsätze der Infektionshygiene für den Umgang mit Lebensmitteln.

Für die folgenden Tätigkeiten ist eine solche vorherige Belehrung und Bescheinigung nötig, wenn die Tätigkeit gewerbsmäßig ausübt wird:

  1. Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen der folgenden Lebensmittel, wenn Sie dabei mit den Lebensmitteln oder mit Bedarfsgegenständen (zum Beispiel bei der Reinigung von Geschirr) so in Berührung kommen, dass Krankheitserreger übertragen werden können:
    • Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus
    • Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis
    • Fische, Krebse oder Weichtiere und Erzeugnisse daraus
    • Eiprodukte
    • Säuglings- und Kleinkindernahrung
    • Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse
    • Backwaren mit nicht durchgebackener oder durcherhitzter Füllung oder Auflage
    • Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen, andere emulgierte Soßen, Nahrungshefen
    • Sprossen und Keimlinge zum Rohverzehr sowie Samen zur Herstellung von Sprossen und Keimlingen zum Rohverzehr.
  2. Tätigkeit in Küchen von Gaststätten und sonstigen Einrichtungen mit oder zur Gemeinschaftsverpflegung.

Die Regelung gilt sowohl für Beschäftigte als auch für selbständig Tätige. Auch wenn Sie ehrenamtlich tätig sind, kann eine entsprechende „gewerbsmäßige“ Tätigkeit vorliegen.

Die Bescheinigung vom Gesundheitsamt müssen Sie nur einmal vor der erstmaligen Ausübung einer entsprechenden Tätigkeit einholen. Die Bescheinigung gilt bundesweit und unbefristet. Wenn Sie bereits über ein Gesundheitszeugnis nach dem ehemaligen Bundesseuchengesetz verfügen, benötigen Sie auch keine Bescheinigung mehr. Die alten Zeugnisse behalten weiterhin ihre Gültigkeit.

Voraussetzungen

Die Bescheinigung kann jedermann auf Antrag erhalten. Das Gesundheitsamt stellt die Bescheinigung aber nicht aus, solange bei einer Person Anhaltspunkte für eine in § 42 Absatz 1 IfSG genannte Krankheit bestehen.

Erforderliche Unterlagen

  • gültiger Ausweis mit Foto (zum Beispiel Reisepass, Personalausweis)
  • bei Minderjährigen:
    Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten

Formulare

Hinweise/Besonderheiten

Aufgrund der Corona-Pandemie finden momentan keine Schulungen für die Erstbelehrung in Form von Präsenzveranstaltungen statt.

Sie haben jedoch die Möglichkeit, die Erstbelehrung im Rahmen einer Online-Schulung zu absolvieren. Wir haben das Technologiezentrum Glehn (TZG) in Korschenbroich, eine Einrichtung des Rhein-Kreises Neuss, mit der Durchführung der Belehrungen beauftragt.
Sie benötigen für die Online-Schulung einen PC, ein Notebook, Tablet oder ein Smartphone und eine stabile Internetverbindung.

Minderjährige Teilnehmer

Minderjährige Teilnehmer müssen vor dem Termin eine schriftliche Einwilligung per E-Mail an ifsg@tz-glehn.de senden.

Schulpraktika

Belehrungen für ein Schulpraktikum finden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der jeweiligen Schule statt.

Verfahrensablauf

  1. Wenn Sie am Online-Verfahren teilnehmen möchten, buchen Sie bitte vorher einen Termin für die Online-Schulung. Die Terminbuchung ist kostenpflichtig und unter diesem Link erreichbar: https://lip.gotzg.de/.
    Ihre Daten werden datenschutzkonform übertragen.
  2. Bitte starten Sie Ihr Endgerät 10 Minuten vor dem gebuchten Termin und geben Sie folgenden Link ein: https://gotzg.de/.
  3. Sie werden zum gebuchten Termin per WhatsApp Video oder Facetime angerufen, um eine Legitimationsprüfung durchzuführen.
    Zeigen Sie sich und Ihren Personalausweis über die Kamera. Dadurch wird sichergestellt, dass auch wirklich die angemeldete Person an der Schulung teilnimmt.
  4. Danach erhalten Sie Ihre Zugangsdaten (Teilnehmercode) zur Online-Schulung. Sie können auswählen, in welcher Sprache Sie die Online-Schulung durchführen möchten. Angeboten werden neben Deutsch auch Bulgarisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Kurdisch (Sorani), Polnisch, Rumänisch, Russisch und Türkisch.
    Fremdsprachen werden als Untertitel im deutschsprachigen Belehrungsfilm abgebildet.
  5. Sie können an der Online-Schulung teilnehmen, sobald Sie die datenschutzrechtliche Einwilligung erteilt und die Hinweise zur Belehrung bestätigt haben.
  6. Sehen Sie sich das Belehrungsvideo an.
    Sie können das Video beliebig anhalten oder Sequenzen noch einmal ansehen.
  7. Danach lesen Sie sich bitte das Merkblatt zur Belehrung durch. Das Merkblatt steht neben der deutschsprachigen Version auch in anderen Sprachen zur Verfügung.
  8. Zum Abschluss der Online-Schulung absolvieren Sie einen Test mit 5 Fragen.
    Den Test können Sie bei Bedarf auch wiederholen.
  9. Wenn Sie Fragen zu der Belehrung nach § 43 IfSG oder dem Inhalt des Belehrungsvideos haben, dann schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an info-gesundheit(at)kreis-lippe.de.
  10. Zum Abschluss haben Sie die Möglichkeit, die Online-Schulung zu bewerten. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
  11. Wenn alle nötigen Dokumente vorliegen , können Sie die Bescheinigung nach der Freigabe im System herunterladen und ausdrucken. Alternativ wird Ihnen die Bescheinigung per E-Mail zugesendet.

Rechtsgrundlage(n)

Weiterführende Informationen

Frist

Bei Beginn der Tätigkeit darf die Bescheinigung nicht älter als 3 Monate sein.

Kosten

Erstbelehrung mit Bescheinigung: EUR 25,00

Zahlungsweisen:

  • siehe Information des Anbieters

Zuständige Organisationseinheit(en)

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