+++ Zukunftskonzept Lippe 2025 +++
23.01.2018

Zwischen Arbeit und Ruhestand – ZWAR Netzwerk in Blomberg kann starten

Ein reges Sozialleben, Unterstützung im Alltag und gemeinsam mit anderen Menschen älter werden – so stellen sich viele idealerweise ihren Lebensabend vor. Diese Vorstellung soll das ZWAR Netzwerk Wirklichkeit werden lassen, das nun von der Quartiersentwicklung beim Kreis Lippe gemeinsam mit der Stadt Blomberg für alle Bürgerinnen und Bürger ab 55 Jahren in Blomberg auf den Weg gebracht wurde. Kooperationspartner ist die ZWAR Zentralstelle NRW aus Dortmund. Das Netzwerk in Blomberg wird das allererste in Lippe sein. Bis dahin bestanden in Bielefeld die einzigen ZWAR Netzwerke innerhalb von OWL.

Ziel des ZWAR („Zwischen Arbeit und Ruhestand“) Netzwerks ist es, dass die Menschen den Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand ohne Abbruch der sozialen und gesellschaftlichen Teilhabe selbst gestalten können. Das Netzwerk entsteht dabei durch die Bürger selbst, in dem sie sich für ihre eigenen Ideen und Projekte Mitstreiter suchen und so kleine ZWAR-Gruppen bilden. Über diese gemeinsamen Aktivitäten innerhalb des Netzwerks entstehen neue soziale Kontakte, die dann auch im Alltag helfen können. „Dadurch profitiert auch jeder einzelne, der sich bei dem Netzwerk einbringen möchte“, erläutert Landrat Dr. Axel Lehmann die Kooperation. „Es sind genau solche Initiativen, die wir als Kreis auch mit dem Zukunftskonzept Lippe 2025 im Blick haben, denn Integration in die Gesellschaft hört nicht bei älteren Menschen auf.“

ZWAR-Vertrag Blomberg

Unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung (v. l.): Klaus Geise (Bürgermeister Stadt Blomberg) und Landrat Dr. Axel Lehmann. Mit dabei: Marianne Petersmeier (Quartiersentwicklung Kreis Lippe).

Die Altersgruppe der über 50-Jährigen stellt mit 41 Prozent einen ganz erheblichen Teil der Einwohner in Blomberg. Der Bedarf für solche Angebote ist somit groß, weiß Blombergs Bürgermeister Klaus Geise: „Der Zeitpunkt ist ideal, dass auch Blomberg nun ein ZWAR Netzwerk bekommt. Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er bis 1960er steuern nun sicher auf ihren Ruhestand zu. Diesen Menschen möchten wir ermöglichen, sich untereinander zu vernetzen.“ Die Stadt unterstützt das Netzwerk u. a. bei der Suche nach Räumlichkeiten für Treffen und Veranstaltungen.

Von den Teilnehmern am Netzwerk wird keine Mitgliedschaft wie etwa bei Vereinen verlangt. Jeder kann bei dem Gründungstreffen Ideen vorschlagen und mit anderen gemeinsam umsetzen. „Ob Theatertruppe, Canasta Club oder eine Jazzfrühstücksgruppe, es gilt die Devise ,Alles kann, nichts muss‘“, erklärt Marianne Petersmeier vom Kreis Lippe. Sie koordiniert die Quartiersentwicklung für Blomberg und sorgt vor Ort dafür, dass die Netzwerkenden in der Anfangsphase die nötige Unterstützung erhalten, um ihre Ideen zu realisieren. Außerdem haben sie die Möglichkeit, kostenlose Qualifizierungsangebote zu besuchen, die von der ZWAR-Zentralstelle NRW angeboten werden.

In NRW gibt es in gut 60 Kommunen über 200 ZWAR Netzwerke. Es geht auf das „ZWAR-Projekt“ zurück, das 1979 an der Universität Dortmund entwickelt wurde.