19.03.2018

Wirtschaftsplan vom Kreistag mit großer Mehrheit verabschiedet: Eigenbetrieb Schulen investiert in 2018 rund 47 Millionen in Bildung

Mit großer Mehrheit hat heute der Kreistag des Kreises Lippe den Wirtschaftsplan 2018 des Eigenbe-triebs Schulen (EBS) mit einem Volumen von rund 31 Millionen Euro im Erfolgsplan und 16 Millionen Euro im Vermögensplan beschlossen. Damit wird der EBS im laufenden Jahr die höchste Summe seit seiner Gründung in 2003 für den Betrieb seiner Bildungseinrichtungen und für Investitionen aufbringen. Die Digitale Bildung steht dabei mit einem Gesamtvolumen von 4,8 Millionen Euro ganz oben auf der Agenda. „Aufgrund des Einzugsbereichs unserer Einrichtungen wird der gesamte Kreis Lippe von den uns von der Politik für Bildung anvertrauten Mitteln profitieren“, so der Leiter des EBS, Klaus Kuhlmann, für den Bildungsförderung auch immer Wirtschaftsförderung ist. So profitieren von den Leistungen des EBS insgesamt 10.500 Schüler an den vier Berufskollegs, den sechs Förderschulen, der Schule im Klinikum und der Karla-Raveh-Gesamtschule, jährlich rund 15.000 Gäste in den Inselquartieren auf Norderney und Langeoog sowie 140.000 Besucher und 170.000 Nutzer der Lipperlandhalle.

 

Die drei größten Ausgabenblöcke binden 60 % der Mittel

Den größten Ausgabenblock im Erfolgsplan bilden mit 5,92 Millionen Euro die Abschreibungen, die aufgrund der erheblichen Investitionen in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. An zweiter Stelle liegen die durch Tarifsteigerungen und Stellenmehrbedarf um 180.000 Euro auf 5,9 Millionen Euro gestiegenen Personalaufwendungen für 99 Vollstellen, von denen jedoch rund 40 % refinanziert sind. Insgesamt zählt der EBS rund 130 Mitarbeiter und 70 Auszubildende, Anerkennungspraktikanten und Freiwilligendienstler. Den drittgrößten Block bilden die um 50.000 Euro steigenden Kosten für die Beförderung von rund 3.500 Schülern in Höhe von 5,4 Millionen Euro.

 

Erfreuliche Entwicklung bei Energie und Zinsen

Erfreut zeigt sich der Betriebsleiter von der Entwicklung der Aufwendungen für Energie (1,5 Millionen Euro) und für Zinsen (850.000 Euro): „Bei der Energie sparen wir trotz intensiverer Flächennutzung und Erweiterungen durch unseren dreistufigen Strategieansatz. So binden wir weiter aktiv Nutzer mit ein, bauen unser Energiemanagement unter anderem durch den Einbau online auslesbarer Zähler aus und investieren weiter in unsere Gebäude mit dem Ziel Energieeffizienz und Klimaschutz. Bei den Zinsaufwendungen profitieren wir immer noch deutlich von den niedrigen Zinsen und unserem Inves-titions- und Fördermanagement.“ So konnte der EBS allein im Wirtschaftsplan 2018 Fördermittel von insgesamt 9,25 Millionen Euro einplanen, davon 5,6 Millionen aus dem Förderprogramm „Gute Schule“ und 3,7 Millionen GRW-Förderung für die „Lernfabrik Lippe 4.0“. Neben dem Zinsaufwand spart der EBS durch die Förderung auch in erheblichen Umfang bei den Abschreibungen. Darüber hinaus wird der EBS in 2018 mit rund 2 Millionen Euro wieder zur Konsolidierung der Kreisfinanzen beitragen. Damit steigt der seit Gründung des EBS in 2003 geleistete Konsolidierungsbeitrag auf insgesamt rd. 15 Millionen Euro. Obwohl der EBS für 2018 einen Fehlbetrag von 1,5 Millionen Euro eingeplant hat, wird EBS laut Kuhlmann dennoch einem liquiden Überschuss von 2,4 Millionen Euro erwirtschaften, der als Eigenfinanzierungsbeitrag im Vermögensplan eingeplant ist. Zur Finanzierung des Erfolgsplans erhält der EBS aus dem Kreishaushalt einen Zuschuss von 19,5 Millionen Euro und damit 560.000 € mehr als im Vorjahr. Bei den Inselquartieren will der EBS die Erlöse um 80.000 Euro auf 2,3 Millionen Euro steigern mit dem Ziel, auch 2018 wieder mit den Jugend- und Gästehäuser möglichst eine schwarze Null zu schreiben.

 

Investitionen und Instandhaltung auf neuem Höchststand

In seinem 15. Vollbetriebsjahr hat der EBS in enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Gebäu-demanagement mit 65 Millionen Euro das bisher größte Investitionsvolumen in Planung und Ausführung bis 2021 vor der Brust. Im laufenden Jahr sollen davon rund 10 Millionen Euro in Gebäude und 4 Millionen in Ausstattung investiert werden. Darüber hinaus sind 1,5 Millionen Euro für Tilgungen vorgesehen. Zur Finanzierung sind neben den 2,4 Millionen Euro an Eigenmitteln, 7,2 Millionen Zu-schüsse und Fördermittel sowie 6,1 Millionen Euro Kredite eingeplant. Auch für die Gebäudeinstand-haltung hat der EBS dank der Fördermittel mit 2,9 Millionen Euro noch rund 240.000 Euro mehr als in 2017 eingeplant.

Ein Investitionsschwerpunkt in 2018 bildet die Digitale Bildung mit 4,8 Millionen Euro, davon werden 882.000 Euro in IT-Infrastruktur (insbesondere in die Karla-Raveh-Gesamtschule und das HBZ), 3,3 Millionen Euro in IT-Ausstattung (insbesondere in die Lernfabrik Lippe 4.0) und 656.000 Euro in die Berufskollegs investiert. Allein für diese Maßnahmen sind Fördermittel in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro eingeplant (3,3 Millionen Euro GRW-Förderung und 362.000 Euro „Gute Schule“).