18.12.2017

Lebendige Vielfalt in Lippe – 1. Lippische Artenschutzkonferenz soll Bewusstsein für Naturschutz weiter wecken

Der Artenverlust weltweit und vor unserer eigenen Haustür wird immer breiteren Kreisen der Bevölkerung bewusst. Auch in Lippe stellen wir uns der Verantwortung, unseren Lebensraum vielfältig und lebenswert zu erhalten. Als Auftakt einer Reihe von Maßnahmen lädt der Kreis Lippe am 12. und 13. Januar zur 1. Lippischen Artenschutzkonferenz ins Detmolder Kreishaus ein. Diese hat jüngst die Auszeichnung als beispielgebender Beitrag zur UN-Dekade der Biologischen Vielfalt erhalten.

Feuersalamander können das ganze Jahr aktiv sein: Im Freilichtmuseum in Detmold schützt der Kreis sie durch ein spezielles Artenmonitoring.

 „Angesprochen ist jeder, der etwas bewegen möchte“, wirbt Landrat Dr. Axel Lehmann für die Veranstaltung. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit vielen Akteuren dem anhaltenden Rückgang der biologischen Vielfalt und insbesondere dem Rückgang der Arten und ihrer Populationen auf lokaler Ebene entgegenzuwirken“. Um diesem Ziel Nachdruck zu verleihen, ist das Thema auch im Zukunftskonzept Lippe 2025 fest verankert: „Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir in den kommenden Jahren intensiv verfolgen werden“, hebt er die Bedeutung des Themas hervor.

 

Artenrückgang in Lippe stoppen

Alle bisherigen Bemühungen im Naturschutz führen bislang noch zu keiner generellen Trendwende beim Artenrückgang. Nach wie vor sind rund 45 Prozent der untersuchten Arten in Nordrhein-Westfalen gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Dies dokumentiert die „Rote Liste“. Besorgniserregend ist vor allem, dass auch der Gefährdungsgrad typischer Arten der Feldflur und bisher ungefährdeter „Allerweltsarten“ deutlich zunimmt.

Halten derzeit Winterschlaf: Mausohren in der Hohlsteinhöhle bei Veldrom.

„Wir wollen den auch hier in Lippe zu beobachtenden dramatischen Artenrückgang stoppen und die bundes- und landesweit existierenden Strategien auf unserer kommunalen Ebene mit Leben füllen“, erklärt Jürgen Braunsdorf, Organisator der Artenschutzkonferenz aus dem Fachbereich Umwelt und Energie beim Kreis Lippe. „Dazu werden wir während der Veranstaltung die Situation der Natur in Lippe aus Sicht der amtlichen und ehrenamtlichen Akteure vorstellen, uns über die Rahmenbedingungen dieser Arbeit austauschen sowie Wünsche und Vereinbarungen für die künftige Zusammenarbeit formulieren.“

 

Artenschutzkonferenz offen für alle Interessierten

Die Artenschutzkonferenz soll auch der Startpunkt für eine „Biodiversitätsstrategie für Lippe“ sein. Das umfangreiche Programm an den zwei Tagen wird dafür den Zustand der lippischen Natur abbilden und mit erfolgreichen Projekten zum Mitmachen animieren. Auf der anderen Seite werden aber auch Handlungsdefizite aufgezeigt, wofür die Konferenz nach Lösungsmöglichkeiten suchen und auch konkrete Schritte zur baldigen Verbesserung sammeln soll.

Info- und Verkaufsstände, Filmvorführungen sowie kleine Ausstellungen runden die beiden Tage ab. Wer gerne teilnehmen möchte, kann sich über www.zukunftskonzept-lippe.de über das Anmeldeverfahren und das komplette Programm informieren. Die Veranstaltung ist kostenfrei.