Kulturelle Bildung erlebbar machen – Bildungskonferenz weckt großes Interesse

Museen, Theater, Bibliotheken... Lippe bietet eine breite kulturelle Vielfalt. Um die zahlreichen Anbieter kultureller Bildung mit den Schulen und Kindergärten noch besser zu vernetzen, hat das Regionale Bildungsnetzwerk des Kreises Lippe in enger Kooperation mit der Bezirksregierung und dem Landesverband Lippe eine Bildungskonferenz im Kreishaus organisiert. Vor den eingeladenen Fachleuten aus dem Bildungsbereich und den kulturellen Akteuren stellt Landrat Dr. Axel Lehmann die Bedeutung der Veranstaltung heraus: „Im bildungspolitischen Diskurs der vergangenen Jahre standen mathematisch-naturwissenschaftliche Themen besonders stark im Mittelpunkt, kulturelle Bildung wurde nur wenig berücksichtigt. Das muss sich ändern! Ich wünsche mir, dass Netzwerke zwischen schulischen und außerschulischen Lernorten entstehen und wir Wege finden können, um kulturelle Bildung zu fördern.“ Markus Rempe, Fachdienstleiter Bildung beim Kreis Lippe, ergänzt: „Von der heutigen Veranstaltungen erwarten wir uns vielfältige Impulse. Mit den Ergebnissen soll die kulturelle Bildungsarbeit gemeinsam mit unseren Partnern weiter vertieft und ausgebaut werden.“

  Bildungskonferenz

Wollen die kulturelle Bildung in Lippe fördern: Landrat Dr. Axel Lehmann, Markus Rempe, Ute Bicker, Anke Peithmann, Helmut Zumbrock (Bezirksregierung Detmold), Arne Brand und Saskia Frei-Klages.

 

Erste Impulse aus den Workshops

Bei den anschließenden Workshops diskutierten Teilnehmer und Akteure Ideen und lieferten Impulse, wie Fördermaßnahmen aussehen könnten. „Während der Gespräche wurde deutlich, dass ein großesInteresse an der kulturellen Bildung besteht. In den Bereichen Konzeptentwicklung, Finanzierung und Mobilität zeigt sich aber auch Handlungs- und Unterstützungsbedarf. Kindergartenkinder und Schüler sollten Einrichtungen einfacher erreichen und kostengünstiger nutzen können“ fasst Schulrätin Ute Bicker ihre Eindrücke zusammen. Außerdem wäre es wünschenswert, Kulturbeauftragte in den Schulen einzusetzen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Kreis, Landesverband und Schulen bei der Beantragung von Fördermitteln anzustreben. „Die Rahmenbedingungen sollten verbessert werden, um Lehrkräfte zu unterstützen. Dadurch könnten sie die vielen Angebote regelmäßiger in Anspruch nehmen“, stimmte Anke Peithmann, Verbandsvorsteherin des Landesverbands Lippe, zu.

 

Auf dem Markt der Möglichkeiten

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Kultureinrichtungen stellen sich vor.

Neben den Workshops stellten auf dem Markt der Möglichkeiten über dreißig Einrichtungen und Institutionen ihre Angebote für Kinder und Jugendliche vor: Am Stand des Lippischen Heimatbundes wurden die Hermännchen-Hefte und das Heimatkundebuch sowie der neue Lippisch-Platt-Ordner mit Liedern, Gedichten und Reimen für Grundschüler präsentiert. Die Landeseisenbahn und das Sauresani-Theater gaben eine Übersicht über ihre Kinder- und Jugendprogramme und die Museen zeigten an praktischen Beispielen, wie sie Kinder für Geschichte begeistern. Bei den Schwerpunkten Natur und Umwelt standen der NABU und der Naturpark Teutoburgerwald/Eggegebirge für Fragen zu Verfügung. „Wir wollten die Vielzahl der kulturellen Angebote bündeln und den Teilnehmern die Chance geben, sich mit Akteuren zu unterhalten, mit denen sie sonst nicht in Kontakt kommen. Darin sehen wir eine Möglichkeit, das Verständnis für kulturelle Bildung weiter zu öffnen“, erklärt Saskia Frei-Klages vom Regionalen Bildungsnetzwerk das Konzept der Bildungskonferenz. Knapp 150 Erzieher, Lehrer und Fachkräfte nutzten die Veranstaltung und tauschten sich mit den Ausstellern aus, ließen sich beraten und informierten sich. „Die große Resonanz zeigt, wie wichtig das Thema kulturelle Bildung für Lippe ist und es ist ein Auftrag für uns alle, sich in diesem Thema wesentlich stärker zu engagieren“, ergänzt Arne Brand, Allgemeiner Vertreter der Verbandsvorsteherin des Landesverbandes Lippe.

Im Nachgang der Bildungskonferenz entsteht auch ein Katalog mit den gesammelten Ideen und Impulsen aus den Workshops, auf dessen Grundlage die kulturelle Bildungsarbeit weiter vertieft und ausgebaut werden soll. Zudem sind aufgrund der hohen Nachfrage und der positiven Rückmeldungen in Zukunft weitere Konferenzen auf Kreisebene möglich.