15.12.2017

Exkursion in die Ukraine – Lippische Delegation schaut Jugendarbeit in der Partnerstadt Lutsk an

Wie sieht eigentlich die Jugendkultur in der Ukraine aus? Dieser Frage ist jetzt eine lippische Delegation direkt vor Ort nachgegangen. Während der fünftägigen Reise in die lippische Partnerstadt Lutsk führten die Teilnehmer viele Gespräche mit Akteuren, konnten Angebote anschauen und selbst ausprobieren. „Die Stadt und die freien Träger befinden sich in den Startlöchern. Sie wollen die Jugendlichen stärker fördern und haben viele Ideen“, stellt Ekkehardt Loch von der Jugendförderung des Kreises fest.

 

Delegation aus Jugendlichen, Verwaltung, Politik und der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Die Exkursion fand in Zusammenarbeit von Kreis und der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schieder statt: Die Jugendförderung organisierte mit dem Bereich Partnerschaften die Reise, die Kirchgemeinde veranstaltete die Fahrt. Neben Vertretern der Kooperationspartner nahmen auch Mitglieder der im Kreistag vertretenen Parteien, des Jungendhilfeausschusses, der Offen Kinder-und Jugendarbeit sowie Auszubildende des Kreises und der Kreisverwaltung an der Reise teil. Für Karl-Eitel John, Verwaltungsvorstand des Kreises Lippe, ist die Zusammensetzung gelungen: „Die Kombination der Akteure kann die Bemühungen der Jugendförderung beim Thema ‚Demokratie in Europa‘ nachhaltig sichern.“

Begrüßung Rathaus[1]

Delegation wird im Rathaus begrüßt

 

Jugendarbeit in Lutsk

Bereits am ersten Tag der Reise erhielt die lippische Delegation einen großen Empfang im Rathaus von Lutsk. Bei dem Treffen stellten Vertretern der Stadt den Teilnehmern die Grundlagen der Jugendarbeit vor. Wie dies in der Praxis aussieht, konnten sich die Jugendlichen und Erwachsenen in den darauffolgenden Tagen ansehen: So erlebten sie beispielsweise einen bunten Nachmittag in einer kirchlichen Jugendeinrichtung mit oder tauschten sich mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (ASTA) über das Studentenleben in Deutschland und der Ukraine aus. „Es war wirklich interessant zu sehen, wie aktiv Kinder und Jugendliche die Angebote nutzen. Sie sind sehr dankbar für die Möglichkeiten, die ihnen geboten werden“, beschreibt Florence Berendt, Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung des Kreises.

ASTA[1]

Mit dem ASTA wurden viele Themen besprochen.

Eindruck haben besonders die unterschiedlichen Schwerpunkte der Jugendarbeit von Stadt und freien Trägern hinterlassen: Für die 22.000 Kinder und Jugendliche hat Lutsk jetzt ein Jugendzentrum eingerichtet. Im Kontrast dazu steht der Palast der Jugend. In dem zwanzig Zimmer großen Gebäude betreuen Fachkräfte ganztags Kinder und Jugendliche. „Es war wie in einem Film. Aus jedem Zimmer, an dem wir vorbeigelaufen sind, kamen andere Inspirationen – Tanz, Musik, Kunst. Für jeden war etwas dabei. So ein Angebot fehlt uns noch in Lippe“, schwärmt Vladimir Meier, Vorsitzender des Jugendausschusses der Kirchengemeinde Schieder.

Palast der Jugend[1]

Eine Musikstunde im Palast der Jugend. Die Mächen und Jungen spielen der lippischen Delegation ein Lied auf der Bandura vor.

 

Exkursion ist Fördermaßnahme des Auswärtigen Amtes

Während der Exkursion spielte aber auch die allgemeine politische Lage des Landes eine Rolle. Die Auseinandersetzungen in der Ostukraine war bei allen Besichtigungen und Terminen ein Thema. „Unsere Sicherheit waren vor Ort aber stets gewährleistet. Wäre das nicht so gewesen, hätten wir die Exkursion auch nicht durchgeführt“, betont Karl-Eitel John.

Die Reise in die Ukraine wurde komplett vom Auswärtigen Amt finanziert als Teil der Fördermaßnahme „Demokratische Werte der Jugendkultur im internationalen Vergleich“.